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Wie ist der
Hévízer-See entstanden? Wir müssen die Antwort auf diese Frage in
den ältesten Perioden, in der millionenalten Vergangenheit der
Erdgeschichte suchen.
Zu Beginn Anfang des Erdmittelalters (Mesosoikum), in der Periode
des Trias (vor ca. 200 Millionen Jahren) bedeckte kristallklares
Meereswasser die Umgebung, auch den Ort, wo sich heute das
Mittelgebirge von Transdanubien befindet. Von diesem Meer setzte
sich schneeweißer Dolomit sowie Kalkstein, in der Umgebung von Hévíz
ab.
Noch im erdzeitgeschichtlichen Mittelalter, in der Jura- und
Kreidezeit (vor ca. 180-70 Millionen Jahren) zog sich das Meer aus
diesem Gebiet zurück. Am Ende der Kreidezeit und im frühen Tertiär
bildeten sich im Gebiet des heutigen Bakony-Gebirges unter den
Bedingungen des tropischen Paleozän Bauxitflöze, welche sich
aufgrund von Oberflächenwirkungen umlagerten. Diese Kräfte
veränderten auch die weicheren Oberflächenschichten, stellenweise
wurden diese sogar abgetragen. Es begann die Verkarstung der
Kalksteine und Dolomite.
Die dem Paleozän des Tertiärs nachfolgenden Zeitalter des Eozän,
Oligozän und Miozän ließen ebenfalls keine Schichten zurück, so daß
das Gebiet weiterhin öde blieb. Das letzte Zeitalter dieser Ära, das
sogenannte Pliozän brachte demgegenüber große Veränderungen.
Am Ende des Pliozäns, am Beginn des Pleistozäns (vor ca. 2-4
Millionen Jahren) haben Wind- und Flußwirkungen einen großen Teil
der Pannon-Schichten nach Süden hin abgetragen. Das erste Zeichen
der damaligen vulkanischen Nachwirkungen war der Austritt von
Warmwasserquellen. So erfolgte die Entstehung von Ur-Hévíz. Infolge
der Bewegung und des Einsturzes der Erdkruste entstanden
Grabensysteme. Auf dieser Fläche entstand der Balaton vor ca. 22 000
Jahren. Damals begann auch die Geschichte des Hévízer Sees.
Viele Beweise sprachen dafür, daß das Thermalwasser des Hévízer Sees
in der geologischen Vergangenheit nicht auf der heutigen Ebene
entsprang, sondern viel höher. Das Wasser des Hévízer Sees brach
erstmals vor ca. 20-22 000 Jahren an der heutigen Stelle hervor.
Damals entstand auch der Balaton. Das hervorspringende Warmwasser
mündete zuerst in den Plattensee. Durch die klimatische
Veränderungen sank der Wasserstand des Balatons ab. Im vorzeitlichen
Seebett bildete sich aus den abgestorbenen Teilen des dortigen
üppigen Pflanzenbestandes ein Torfmoor.
Die moorige, torfige, flache Ebene des Hévízer Tales dehnte sich in
einer Breite von 1-1,5 km in Richtung Osten vom Hévízer See bis zum
Dobogó-Hügel, der sich an der östlichen Seite des Tales erstreckte,
sowie bis zum Hügelzug von Cserszegtomaj aus, welcher das Tal von
Osten her begrenzte. Das torfige Gebiet erstreckte sich nach Süden
hin bis zum Flußbett der Zala und im Norden bis zur Höhe der
Gyöngyöser Csárda.
Das Wasser des Hévízer Sees wird durch eine geothermische Energie
erwärmt. Ein sich unter der Erde befindendes Speichersystem, welches
in den Perioden des Trias und Pannon entstand, hindert das
Tiefenwasser am Austreten. Dieses wird durch Strahlungs- und
Führungswärme aus den tieferen Schichten der Erdkruste "beheizt".
Aus der Menge
der sich im Wasser befindenden radioaktiven Kohlenisotope wurde
festgestellt, daß das Alter der kalten Ader der Quelle von der
Einsickerung des Wassers bis zum Hervorspringen 5000-7000 Jahre
beträgt, daß die Quelle mit warmem Wasser 10 000-12 000 Jahre alt
sein muß. Die von der Oberfläche in die Tiefe sickernden Gewässer
sammeln sich aus entfernteren großen Gebieten, aus Richtung des
Bakony-Gebirges, des Keszthelyer Gebirges und der Hügellandschaft
der "Zala". Ein Teil davon aber dringt nur in eine kleine Tiefe vor,
das ist die Zone des Karstwassers, und von hier aus gelangt dieses
mit der kalten Wasserader in die "Mixerhöhle" des Hévízer Sees. Die
Mehrheit der Gewässer aber dringt tiefer in den Erboden bis in die
Nähe der Lavaschicht, wo es sich wieder erwärmt. Zwischendurch löst
es verschiedene Metalle und Gesteine, dann strömt es wieder in
Richtung Oberfläche, bis es an der Quelle ankommt.
Beobachtet man die Wasserfläche des Hévízer Sees, so kann man
feststellen, daß im See keine Ruhe herrscht.
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